Wintergöttin Perchta


Heute in der letzten Rauhnacht, zeigt Frau Holle im wahrsten Sinne des Wortes ihr Gesicht. Sturmböen ziehen über das Land und in der Nacht hat sie das Land mit ca. einen halben Meter weißer Flocken bedeckt. Es ist die Nacht der (P)Berchta (Percht) oder wie man sie im Alpenraum noch nennt - Frau Holle, Holda oder Hel. Überall in unseren Gebieten (Schweiz, Bayern und Österreich), finden heute Perchtenumzüge statt. In früheren Zeiten waren es 12 Burschen, jeder davon stand für ein Jahr. In manchen heidnischen Gegenden hat man den 5. Jänner auch den Hohen Frauen Tag genannt.

Die Nacht vom 5. zum 6.1. ist besonders wichtig, Überflüssiges, unnötig Altes oder Belastendes aus dem vergangenen Jahr endgültig abzuwerfen und los zu lassen. Daher soll man auch spätestens am 6. Januar jede Weihnachtsdekoration, den Christbaum und Christbaumschmuck entsorgen, denn nur so kann man Altlasten aus dem vergangenen Jahr los werden. Die bösen Geister der Vergangenheit kann man in dieser Nacht gut vertreiben und gleichzeitig positive Kräfte für das Neue Jahr beschwören. In dieser letzten Rauhnacht soll man eine Zeit lang alle Fenster öffnen um die bösen Geister hinaus zu schicken und die guten herein zu bitten.

Nach altem Brauch räuchert man heute Haus, Stall und Grundstück und die Menschen die dort leben um böse Geister oder Energien loszuwerden und zu vertreiben. Man sagt auch, dass heute die Tiere im Stall sprechen können, daher ist es wichtig, denn Stall beim Räuchern mit einzubeziehen. Doch nur Kinder können die Tiere heute Nacht verstehen. Es ist ratsam einen Teller mit Gebäck, ein Glas Milch und ein paar Münzen auf das Fensterbrett zu stellen. So werden die vorbeiziehenden Geister wohl gestimmt.

Frau Holle, die eine Vorliebe für fleißige Menschen hat, sieht es gerne, wenn das Haus in dieser Zeit ordentlich und sauber ist, aber sie möchte, dass wir in diesen Tagen nicht arbeiten, sondern uns ausruhen um neue Kraft zu schöpfen für das neue Jahr. Am drei Königstag endet dann diese magische Zeit und die Tore zur Anderswelt schließen sich wieder.

Im Folgenden beschreibe ich ein Ritual, dass ihr heute für euch machen könnt.

Ritual

Als erstes gestalte ich einen schönen Altar. Dann stelle ich eine Räuchermischung zusammen (ich nehme Salbei, Angelikawurzel, Harz, Wacholder und Thymian). Geht damit durchs ganze Haus und bläst den Rauch in alle 6 Richtungen - Norden, Osten, Süden, Westen, Himmel und Erde. Ihr bläst das Negative richtig gehend raus, damit Platz entsteht für Positives.

Zünde dir eine Kerze an und meditiere darüber, was du an Altlasten hergeben möchtest und welche Herzenswünsche in Erfüllung gehen sollen. Schreibe alles auf getrennte Zettel auf. Die Zettel mit den Altlasten verbrennst du am besten in einem offenen Feuer (die Kerze tut es notfalls auch) und deine Wünsche vergräbst du unter einem Baum, damit der Samen im Frühjahr keimen und aufgehen kann.

Hier noch einige Bräuche oder Regeln die man früher während der Rauhnächte unbedingt einzuhalten hatte Gefunden bei: Lichtbote

  • Keine Wäsche zum Trocknen aufhängen - schon gar keine Leintücher (verwandelte sich zum Leichentuch und bedeutete den Tod eines Familienmitglieds)

  • Aufräumen sollte man vor den Raunächten, damit die "Wilden" nicht von Dreck und Chaos angezogen wurden.

  • Alle Räder sollen stillstehen - es wurde nicht gewaschen, gesponnen oder gemahlen, da sich in dieser Zeit das Schicksalsrad dreht.

  • Kein Bettzeug im Freien auslüften, damit sich in ihm nicht die Wilden verfangen und Krankheit bringen.

  • Haare und Nägel schneiden bringt Unglück.

  • Keine Türen zuknallen, sonst muss man mit Unfrieden und Blitzeinschlägen rechnen.

  • Vor fremden Tieren in Acht nehmen, dahinter könnten sich Dämonen verbergen.

  • Nicht mit Karten oder um Geld spielen, dies bringt unheimliche Begegnungen.

  • Kindern, die in den Raunächten an einem Samstag oder Sonntag geboren werden, sagt man magische Fähigkeiten nach.

  • Verliehenes sollte vor den Raunächten zurückverlangt werden, da man sonst mit Energieverlust und Krankheit rechnen muss.

  • Keine Hülsenfrüchte essen, weil man sich sonst Geschwüre zuzieht.

  • Den Schmutz nicht bei der Türe hinauskehren, da einem sonst das Glück verlässt.

  • Nach Einbruch der Dunkelheit sollte möglichst niemand mehr aus dem sicheren Haus gehen, sonst wird man von der "wilden Jagd" mitgerissen.

  • Wer die zwölf Raunächte nicht hält, zieht sich Kröten, Frösche oder Läuse ins Haus und hat das ganze nächste Jahr über Unglück.

  • Spenden sollen Glück bringen.

  • Linsensuppe am Neujahrstag auslöffeln, damit das Kleingeld im neuen Jahr nie ausgeht.

  • Der Hausvater legt die Fischschuppen des Weihnachtskarpfen unter seinen Teller und muss sie das ganze Jahr in der Geldbörse behalten, damit diese immer prall gefüllt ist.

  • Während der ersten halben Stunde des neuen Jahres, verschließt man die Haustür und lässt nur die Hintertür offen, damit das Glück durch diese hereinkommt.

  • Besondere Beachtung sollte man dem ersten Kunden schenken, der in das Geschäft kommt. Ist es eine alte Frau, wird das Jahr finanziell knapp. Ist es eine junge Frau oder ein Kind, werden die Bilanzen gut ausfallen.

  • Schmiert und putzt man während des Heiligabendläuten Türschlösser und Riegel, darf man auf Reichtum hoffen.

  • Schneidet man am Dreikönigstag eine Wünschelrute, so hat diese besondere Qualitäten. Wird sie Caspar genannt, findet sie Gold, heißt sie Balthasar findet sie Silber und benennt man sie nach Melchior, so findet sie Wasser.

  • Wer als unverheiratete Frau sich zu den Raunächten auf einen Kreuzweg begibt, wird dort den zukünftigen Bräutigam sehen. Ansprechen durfte sie ihn jedoch nicht, da das ihren Tod bedeutet hätte.

  • Einen Blick auf den Zukünftigen sollen Frauen auch in der Thomasnacht erhaschen, wenn sie sich verkehrt herum ins Bett legen und zum heiligen Thomas beten. Oder sie legen Zettel unter ihr Kopfkissen, die sie jeden mit einem Namen beschrieben haben. Den Namenszettel, den sie am nächsten Morgen ziehen, wird auf den künftigen Bräutigam hinweisen.

  • Wenn ein junges Mädchen eine Zwiebel aufschneidet und diese mit Salz bestreut, wird sie in der Nacht von ihrem kommenden Geliebten träumen.

  • Ist es in diesen Tagen sehr neblig, wird das nächste Jahr nass.

  • Hört man die Neujahrsglocken hell und klar, wird das nächste Jahr ein ganz besonderes Jahr.

Ich wünsche uns allen eine magische Nacht, eure

Tanka

Mein Buchtipp von Wolf Dieter Storl:


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