Korbwickeln

January 9, 2016

Das Korbmachen, hat überall auf der Welt große Tradition. Bei fast allen Naturvölkern wird es bis heute groß geschrieben. Nur bei uns hat man es aus den Augen verloren, daher gehört es in Österreich mittlerweile zum immateriallen Kulturerbe. Aus Gräsern, Kräutern und Blumen lassen sich mit der Technik des Korbwickelns schöne Körbe herstellen. Der Kreativität ist keine Grenze gesetzt, denn die Natur bietet allerlei Möglichkeiten Körbe zu gestalten. Für mich hat Korbwickeln etwas meditatives.

 

Seit etwa 30 Jahren beschäftige ich mich den nordamerikanischen Ureinwohnern und das hat mich zu meinem heutigen Handwerk gebracht. Die Anasazi fertigten Körbe mit der Wickeltechnik um darin Wasser zu tragen. Sie bestrichen die Körbe mit Harz und machten sie somit wasserdicht.

 

Das Korbwickeln ist fast so alt wie die Menschheit. Sie wurde in der Steinzeit entwickelt und ist älter als das Töpfern. Früher verwendeten die Menschen vermutlich alles was sie an Gräsern finden konnten so auch noch heute bei den Tutsi in Ruanda - Afrika.

Wickelkörbe hatten auch in unserer Kultur eine lange Tradition. Sie war früher die Winterarbeit der Bauern. Man verwendete für die Körbe Roggenstroh, wo Halm für Halm genauestens geputzt wurde bevor man sie zu Körben verarbeitete. Zum Umwickeln nahm man Weidenrinde die zu biegsamen Streifen aufgespalten wurden. Ich habe das Korbwickeln vor ein paar Jahren beim Steirer Walter Friedl gelernt, der es von seinem Großvater schon vor rund 30 Jahren gelehrt bekommen hat. Ich habe einige Kurse bei ihm absolviert um meine Techniken zu verbessern und auszuweiten.

 

Das praktische am Korbwickeln ist, dass man alles was man dazu braucht in der Natur findet. Gräser, Kräuter, Blumen, dünne Zweige die man zu kunstvollen Körben gestalten kann. Selbst die Schnur kann man sich aus Brennnesseln oder Hanf selber zwirnen. Ich nehme für die Wickeltechnik jedoch meist zugekaufte Schnüre aus Baumwolle, Hanf, Flachs oder Schafwolle. Dazu nehme ich eine Sack,- oder Webnadel mit der ich die Gräser umwickle. Auf Mittelaltermärkten verwende ich eine Holznadel.

Man kann fast alles verarbeiten was man in der Natur und je nach Jahreszeit findet. Ich arbeite jedoch nur mit Pflanzen, die nicht giftig oder ätzend sind (Brennnessel, Bärenklau).

Man sollte beim Sammeln auf jeden Fall darauf achten, dass man keine geschützten Pflanzen verwendet. Es wäre also von Vorteil sich ein umfangreiches Wissen über Blumen, Gräser und Kräuter anzueignen.

 

Gräser sammeln in der Natur:

Wenn ich Gräser in der Natur sammle, dann sollte man keine Pflanzen in Naturschutzgebieten sammeln, da viele Arten zurecht heutzutage unter Naturschutz stehen. Außerdem frage ich die jeweiligen Grundbesitzer um Erlaubnis. Meine Kräuter und Gräser stammen zu 100% aus Wildsammlung.

 

Trocknen:

Wenn ich einige Büscheln an Kräuter und Gräser gesammelt habe, befreie ich sie von Erd,- bzw. Blattresten und lege sie zu kleinen Bündel. Meine Bündel passen zwischen dem Zeigefinger und Daumen. Ich binde eine Naturschnur um die Gräser mit einer Schlaufe und hänge sie am Dachboden oder in der Garage zum Trocknen auf.

Ich finde es wichtig, dass die Gräser trocken sind, weil es Arten gibt, die sehr leicht zu schimmeln anfangen. Meine Gräser trocknen auf sehr schonende Art und Weise, nämlich sehr dunkel und bei max. 20 - 30°, weil ich es schön finde wenn sie ihre Farbe behalten. Doch das muss jeder für sich selber herausfinden.

 

Mein Buchtipp für euch: 

 

 

 

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