Ort der Kraft

June 28, 2016

Heute schreibe ich eine Liebeserklärung an den Wald, weil Bäume für mich die faszinierensten Lebewesen auf unserem Planeten sind. Dazu gehört noch ein plätschernder Bach, einige faszinierende Steine und schon ist ein Tag perfekt für mich. Und der Wald ist nun einmal mein Seelenheil, ein Ort der Kraft. Gestern war für mich ein Tag der Reinigung und zwar in jeder Hinsicht. Aus Kübeln hat es geschüttet, es brauchte wohl auch die Erde eine gehörige Portion Reinigung. Was mich persönlich ja nicht wundert, so wie wir mit Mutter Erde umgehen.

 

Ich hab den halben Tag im Wald verbracht, trotz Regens, um dort wieder mal so richtig Energie aufzutanken. Ich fühle mich derzeit etwas leer. Irgendetwas tut sich im Universum ich kann es regelrecht spüren, aber noch nicht so wirklich deuten.

 

Wenn es mir so geht, liegt es für mich sehr nahe in den Wald zu gehen und meine alten Freunde die Bäume zu besuchen. Ihr wisst wie heilsam der Wald ist, ich habe es im Artikel Waldbaden geschrieben. Der Wald weckt in uns die Sehnsucht nach Stille und unberührte Natur, obwohl wir kaum noch welche finden. Es ist ein Ort der Kraft.

 

Mittlerweile haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Bäume ein Gedächtnis haben, Botschaften untereinander austauschen, Schmerzen empfinden können und ja sogar wie wir Menschen einen Sonnenbrand bekommen können. All das ist nicht einfach so daher gesagt, es ist wissenschaftlich erwiesen. Viele Bäume kommunizieren über die Wurzeln oder wie die Eiche über Duftstoffe. Kommt ein Schädling daher, senden diese Duftsignale aus und die Bäume in der Umgebung empfangen diese Botschaft. So können sie sich schützen, in dem sie Bitterstoffe aussenden. Ein starkes Stück nicht wahr?

 

Viele Bäume umsorgen sogar über die Wurzeln liebevoll ihren Nachwuchs, in dem sie sie mit Nährstoffen versorgen und manchmal pflegen sie sogar ihre kranken und alten Nachbarn. Bäume haben ganz klar Empfindungen, Gefühle und auch ein Gedächtnis. Es ist unglaublich aber wahr. Das ist wohl der Grund, warum ich mich bei ihnen so aufgehoben und geborgen fühle.

 

Ich gehe sogar so weit, dass ich sage, Bäume sind soziale Wesen. Manchmal ist es so, wenn ein wirklich alter schöner Riese gefällt wurde, dann versorgen die anderen Bäume ringsum ihn noch oft Jahrzehnte mit Nahrung, weil sie mit ihren Wurzeln so vernetzt sind, dass sie ihn am Leben erhalten. Jeder Baum ist wertvoll für die Gemeinschaft Wald und das Ökosystem funktioniert einfach besser, wenn man es gemeinsam macht. Sollte für uns Menschen doch wohl auch gelten.

Unzählige skurille Geschichten lassen sich über Bäume erzählen, wie eine Wissenschaftlerin in Afrika etwa herausgefunden hat. Giraffen fressen ja gerne die Blätter der Schirmakazie. Natürlich gefällt ihr das nicht, also hat sie eine Strategie entwickelt. Sie schaffen es innerhalb weniger Minuten so viele Giftstoffe in die Blätter einzulagern um diese wieder loszuwerden. Das Gift ist eine Art Warngas, dass sie hunderte Meter verströmen kann und die anderen Akazien reagieren darauf. Das geht Baum für Baum so, sodass die Giraffe weiterwandern muss um neue Bäume zu finden. Dort können sie wieder eine kurze Zeit fressen, bis die Akazie ihr Spiel von neuem spielt.

 

Eine australische Wissenschaftlerin hat sogar herausgefunden, dass Bäume eine Art Stimme haben. Ja sie sind sehr leise, aber Messapparate haben im Boden herausgefunden, dass ein leises Knacken der Wurzeln bei einer Frequenz von 220 Hertz stattfindet. Und andere Wurzeln haben darauf reagiert und richteten ihre Spitzen in Richtung dieses Knackens. Wäre schön, wenn wir dieses Knacken hören könnten, denn so könnten wir unsere Freunde besser verstehen und wenn sie krank sind, darauf reagieren, was sie vielleicht brauchen. Doch leider bin ich noch nicht so weit.

 

Doch mir tut es gut mit Bäumen zu reden. Ich bin auch ziemlich sicher, dass ich manchmal ihre Gefühle wahrnehmen kann, wenn ich an einem Stamm lehne und mich darauf einlasse. Mir ist vor kurzer Zeit ein Buch in die Hände gefallen, dass mich auf all das gebracht hat. Und nein, es ist kein typischer Esoteriker, sondern ein Förster, der in seinem Revier Forschung betreibt, weil er es nicht mehr sehen kann, seine Freunde mit großen Raupen und Maschinen umfallen zu sehen. Er fällt die Bäume auch nicht, er erntet sie vorsichtig mit Pferden. Seit er so schonend im Wald arbeitet, hat sich "sein" Wald sehr verändert wie er schreibt. Er ist gesunder geworden. Der Wald kann aufatmen und vielleicht sogar dir das eine oder andere Geheimnis von ihm verraten.

 

Im Übrigen, diesen Buchtipp dürft ihr euch wirklich nicht entgehen lassen. Es ist ein faszinierendes Buch, wie es mir noch nie in die Hände gefallen ist.

Viel Freude beim Entdecken!

 

Mein Buchtipp für Euch:

 

 

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