Räuchern

November 29, 2016

Der Herbst und Winter ist für mich immer die Jahreszeit, wo ich meine selbst gemachten Räuchermischungen ganz besonders oft hervor hole. Es liegt sicher zum Einen daran, dass man in den anderen Jahreszeiten viel mehr Zeit in der Natur verbringt als in geschlossenen Räumlichkeiten und zum Zweiten, dass wir auch sehr viel die Fenster geöffnet halten und dadurch auch frische Luft ins Haus Innere strömt.

 

Doch Räuchern hat auch einen ganz besonderen Zauber und gehört einfach zur Jahreszeit wo es schön langsam ruhig und dunkel wird. Die Zeit der Innenkehr. Bei Ritualen und Zeremonien räuchere ich zwar das ganze Jahr, doch jetzt gehört es zum täglichen Ritual, wie aufstehen und schlafen gehen.

 

Gerade zu Samhain zum Julfest der Wintersonnenwende und speziell zu den Rau(ch)nächten hat das Räuchern für mich einen ganz besonderen Stellenwert. Die Raunächte stehen jetzt unmittelbar vor der Türe.

 

Räucherrituale findet man in allen Religionen und Kulturen, da gibt es keine Ausnahmen und hauptsächlich hat man es zum reinigen und heilen verwendet, aber auch um sich geistig und spirituell weiterzuentwickeln. Räuchern ist bestimmt so alt wie die Menschheit selbst und wurde früher zu Huldigung der Götter oder auch als deren Nahrung verwendet und angewandt.

In der Kirche zu Allerheiligen wird etwa immer noch für unsere Ahnen geräuchert, um sie zu ehren oder auch um ihnen Wünsche in den Himmel zu schicken. Und im schamanischen verwendet man Räucherungen um andere Wahrnehmungszustände zu erreichen um leichter in die Anderswelt reisen zu können.

 

In Ägypten sagt man etwa: "Ein Tag ohne Duft, ist ein verlorener Tag"

Man räucherte am Morgen, Mittags und am Abend. In unserem Kulturkreis was das Räuchern schon etwas verstaubt, erst die letzten Jahre hat es eine Renaissance erlebt. Im Grunde kannten es die meisten nur von der Kirche her, wenn der Pfarrer den Weihrauch schwenkte.

 

Ich finde es wirklich großartig, dass sich in den letzten Jahren so viel getan hat und wieder so viele Menschen dem Räuchern gegenüber aufgeschlossen sind. So, als findet wirklich schön langsam ein Rückbesinnen statt. Für mich persönlich ist das verbrennen von Pflanzen auch zugleich Meditation. Ich halte die Räucherschale in meiner Hand und sehe dem Rauch zu, wie er gegen den Himmel steigt, sich windet und kräuselt und sich schließlich auflöst. Dabei werde ich ganz ruhig und besinnlich.

 

Deswegen gehe ich das ganze Jahr über besondere Kräuter und Harze sammeln und mache Mischungen daraus. Ich finde ja, dass es bestimmt Kräuter für bestimmte Jahreszeiten gibt, bzw. die eben genau in dieser speziellen Jahreszeit besonders wirken und riechen und solche Herbst,- und Winterkräuter möchte ich euch jetzt beschreiben.

 

Räucherkräuter

 

Hier ein kleines Kräuterlexikon wie ich Kräuter von Oktober bis Mitte Febrauar verwende:

Lavendel

Rosmarin

Fichte

Wacholder

Kiefer (Föhre)

Mistel

Engelwurz

Tanne

(Eibe) - Da die Eibe stark giftig ist, sollte man sie nur im Freien räuchern!

Es gibt ganz unterschiedliche Art und Weisen des Räucherns, wie etwa ein Räucherbündel zu machen, oder Räucherkohle zu verwenden, doch ich liebe es die Kräuter mit einem feinen Harz vermischt auf meine Abolone Muschel zu legen. Wenn man die Kräuter und das Harz ganz fein mörsert und anschließend anzündet, dann braucht man keine Kohle dafür.

 

Zu Samhain etwa, räuchere ich meine gesamte Grundstücksgrenze - so als eine Art Abschluss des alten Jahres und zugleich Schutzschild fürs neue kommende Jahr.

 

Wenn du die Wintersonnenwende zuhause feiern möchtest, egal ob mit Freunden, Familie oder alleine, dann kannst du dir bei den oben beschriebenen Kräutern die du räuchern möchtest auch folgende Fragen stellen.

Wo ist ein Thema in mir, wo noch völlige Dunkelheit herrscht?

Was will ans Licht gebracht werden?

Welche dunkle Seite schlummert in mir?

Auf welchen Neubeginn möchte ich zusteuern?

 

Ich wünsche euch besinnliche und ruhige Tage!

 

Mein Buchtipp für euch:

 

 

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