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Räucherkohle vs. Zunderschwamm



Im Verhältnis zum Zunderschwamm, gibt es die Räucherkohle erst seit gestern. Da wir jedoch bereits wissen, dass schon seit Jahrtausenden geräuchert wird, habe ich mir schon länger die Frage gestellt, wie die Menschen, das rituelle Räuchern bewerkstelligten. Und tatsächlich bestätigen archäologische Funde, dass der Zunderschwamm früher in Verwendung war. Wir kennen ja alle unseren Gletschermann Ötzi, bei dem ein Zunder gefunden wurde.


Dieser äußerst bemerkenswerte Pilz, ist ein sogenannter Schwäche,- od. Wundparasit, der geschwächte, bzw. absterbende Bäume befällt. Auch wenn der Baum bereits abgestorben ist, kann der Zunderschwamm trotzdem gedeihen. In unseren Breiten ist der Zunder gerne auf toten Birken oder auch auf Buchen zu finden. Wenn der Pilz schon sehr lange auf dem Baumstamm sitzt, kann es sein, dass man ihn sehr schwer runterbringt, da muss man etwas aufpassen und ihn herunter klopfen.


Besonders im Mittelalter wo man Feuer über weite Strecken transportierte, war der Zunderschwamm eine große Hilfe. Man hat mit dem Pilz natürlich nicht nur geräuchert, sondern generell die Feuer damit entfacht. Bei nicht besonders trockenem Holz, funktioniert das in meiner Feuerschale jedes Mal ganz wunderbar.



Räucherkohle


Die meiste Räucherkohle enthält Salpeter, die zum Entzünden der Kohle wichtig ist. Diese Funken sprühende Substanz (ähnlich wie bei den Sternspritzern zu Weihnachten), ist jedoch gesundheits-schädlich und kommt oft aus Ländern, wo Frauen und Kinder hart arbeiten müssen. Salpeter ist ein Nitratsalz, dass durch eine chemische Reaktion entsteht. Die Kohle wird darin getränkt, damit sie später gut glüht. Salpeter ist sozusagen ein Brandbeschleuniger. Salpetersäure ist giftig, man sollte es nicht einatmen. Die Dämpfe können Lungenprobleme verursachen. Doch gerade beim rituellen Räuchern ist das Einatmen der Räuchermischung oft ganz selbstverständlich.



Zunderschwamm verwenden


Der Zunder ist gesundheitlich völlig unbedenklich. Dieser Pilz ist nicht einmal giftig. Wenn du einen Zunderschwamm erntest, dann wäre es von Vorteil, diesen am besten über Nacht in Wasser einzuweichen. Früher hat man dazu Urin verwendet. Der Pilz ist ausgesprochen hart, bzw. zumindest die äußere Schicht - auch Kruste genannt. Für die Räucherkohle benötigen wir das "Trama" oder auch einfach, Pilzfleisch. Dazu müssen wir uns durcharbeiten. Wenn man das geschafft hat, dann kann man sich durch die Zunderschicht (Trama vorarbeiten). Diese werden in Stücke geschnitten. Wenn du das Fleisch über Nacht eingeweicht hast, solltest du deine Räucherkohle jetzt einige Tage durchtrocknen lassen.



Jetzt kannst du damit bereits räuchern. Du nimmst eine Räucherzange und zündest am besten über einer Kerze den Zunder an. Du wirst natürlich bemerken, dass es beim Zunder etwas länger dauert, als bei der Räucherkohle. Das liegt logischerweise daran, dass kein Salpeter enthalten ist. Der Zunder fängt ebenfalls wunderbar an zu glühen und schon kannst du das Räucherwerk darauf verteilen. Bei einer etwa gleichen Größe wie die Kohle, hält die umweltfreundlichere Alternative der Zunder, etwa 3 Stunden. Der Zunderschwamm hat außerdem einen sehr angenehmen aber dezenten Eigengeruch, der mit jedem Räucherwerk gut harmoniert.

Viel Freude beim Nachmachen, eure


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