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  • AutorenbildMikota

Das Tannermoor - Meine schöne Heimat und ihre Besonderheiten


Im Moment hab ich eine großartige Aufgabe übernommen, ich darf Botschafterin für mein Heimatmoor sein. Ich liebe diesen besonderen Kraftort das Liebenauer Tannermoor und komme buchstäblich ins Schwärmen, während ich diese Zeilen schreibe. Es ist eine Landschaft, in der ein Zauber inne wohnt. 65 Kilometer nordöstlich von Linz im Mühlviertel, wo sanfte Hügeln, Wälder und Felder die Landschaft prägen, findet man dieses einzigartiges Naturjuwel. Vor etwa 12.000 Jahren, nach der letzten Eiszeit ist auf fast 1000 Meter Seehöhe das größte Latschenhochmoor Österreichs entstanden. Heute ist es ein Natura 2000 Europaschutzgebiet und das zurecht.


Warum das Tannermoor in der Gemeinde Liebenau so etwas Besonderes ist? Es ist das einzige Moor Österreichs, das nie zerstört wurde. Es wurde nie Torf gestochen oder für Heilbehandlungen abgebaut. Nur auf der Südseite beim Rubener Teich, der für die Holzschwemme von großer Bedeutung war, wurde eingegriffen. Deswegen wird das Moor derzeit auch renaturiert.


Rubener Teich im Novemberlicht über der Nebelgrenze


Der Weinsberger Granit, der an manchen Stellen große Mauern bildet, sodass man über die gesamte Moorlandschaft blicken kann, macht das Moor landschaftlich so fantastisch. Selbst einige Fichten, die man darin findet, sind außergewöhnlich, denn viele davon sind über 200 Jahre alt.


Wenn man das Tannermoor rein vom Gefühl her beschreiben müsste, dann fällt einem nur das Wort „Magie“ ein. Es ist, als ob man in eine andere Welt eintaucht. Dieses Moor könnte Geschichten erzählen, die einem in Staunen versetzen. Es ist ein Ort, wo man denkt, dass hier wohl die Zeit stehen geblieben sei. Hier findet man Ruhe, runterkommen vom Alltagsstress und tief durchatmen, besonders wenn man den Latschenmoor Bereich betritt. Dieser intensive Geruch der Legeföhren, lädt zum Verweilen ein.


Doch wie bei vielen Mooren, sollen auch hier mystische Kräfte am Werk sein, denn man erzählt sich die Sage einer versunkenen Stadt, die beim heutigen Rubener Teich gewesen sein soll.


Besonderheiten wie der rundblättrige Sonnentau wachsen hier


Moorschutz heißt Klimaschutz


Moore zählen generell auf der ganzen Welt zu den gefährdetsten Lebensräumen überhaupt. Vor allem durch menschliche Eingriffe, für die landwirtschaftliche Nutzung, hat man Moore entwässert, um Äcker, Wiesen und Weideflächen für Tiere zu schaffen. Aber auch die Aufforstung von Fichten hat dafür gesorgt, dass heute in Österreich nur noch Bruchteile damaliger Moorlandschaften existieren. Vom Torfabbau einmal abgesehen, wo heute noch weltweit für Brenntorf, Blumenerde, Einstreu, Heiltorf, usw… Moorerde abgebaut wird. Man spricht davon, dass in Österreich nur mehr 20% der einstigen Moore vorhanden sind. Das sind ungefähr 0,3% der österreichischen Landesfläche.


Moore sind Kohlenstoffspeicher und bedingt durch den unvollständigen Abbau vom Pflanzenmaterial bleibt Kohlenstoff als organische Substanz oder Kohle in den Mooren und wird nicht wie bei den anderen Ökosystemen zu Kohlendioxyd und Wasser abgebaut. Das heißt so viel wie, dass Moore wichtige Verbündete gegen die Zunahme des Treibhausgases Kohlendioxyd sind. Auf der ganzen Welt ist in Mooren so viel Kohlenstoff gespeichert wie in allen anderen Landökosystemen zusammen, das sind etwa 1400 Milliarden Tonnen. Aber jährlich kommen noch etwa 50 Millionen Tonnen dazu. Dieser Speicher geht allerdings beim Trockenlegen der Moore verloren, und der gesamte gespeicherte Kohlenstoff kommt dann als Kohlendioxyd in unsere Atmosphäre.


Das Torfmoos, der Erbauer der Moore


Der zweite wichtige Punkt der für den Klimaschutz spricht, ist Hochmoore saugen Regenwasser auf wie ein großer Schwamm. Unsere Torfmoose, sagt man, können das 30-fache ihres eigenen Körpergewichtes an Wasser aufnehmen und abspeichern. Im Bedarfsfall wird es verzögert wieder abgegeben. Diese Speicherfähigkeit wirkt ausgleichend auf das Lokalklima und ist ganz besonders wichtig bei Hochwasser.


Aber Schluss mit der Schwarzmalerei, kommen wir wieder zurück zum Naturschutzgebiet Tannermoor. Eine Rückbesinnung findet wieder statt, die Menschen suchen wieder die Natur und genießen Ruhe und Erholung. Durch eine Wanderung im Hochmoor, erfährst du Schritt für Schritt, die Entstehungsgeschichte von Mooren. Welche Moortypen es gibt, dass ein Moos als der Erbauer der Moore gilt und vielleicht findest du sogar eine Pflanze, die Insekten frisst und zwar den Sonnentau. Ein Besuch in dieser bezaubernden Landschaft lohnt sich und im Sommer lädt der Rubener Teich sogar zum Baden und Verweilen ein.


Die Legeföhren oder Latschen im Liebenauer Tannermoor


Unser schönes Moor hat natürlich auch eine Webpräsenz, die du hier findest, wo es ebenfalls tolle Infos über das Tannermoor gibt und ebenso tolle Fotos:


Ich habe mal ein E-Book über Moor,- und Sumpfpflanzen geschrieben mit wunderschönen geschenkten Zeichnungen von Kräuterpfarrer Benedikt. Und hier ist der Link direkt zum E-Book:












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