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  • AutorenbildMikota

Spätherbstlicher Likör aus Schlehen oder ein fruchtiger Glühwein


Der Inbegriff der Herbstfrüchte sind für mich Schlehen. Ich kann wirklich sagen, dass sie meine absolute Lieblingswildfrucht sind. Nach den ersten frostigen Tagen, entfalten sie erst so richtig ihr Aroma. Aber hast du schon mal probiert, dass du eine Schlehe isst, bevor es draußen gefroren hat? Nein? Das solltest du unbedingt einmal nachholen. Hier eine kurze Anleitung, denn einfach nur in den Mund stecken, damit ist es nicht getan, ganz im Gegenteil.


Also, du nimmst dir eine Schlehe, die noch richtig fest ist und steckst sie in den Mund. Dann machst du erst mal gar nichts. Du belässt sie nur im Mund. Warte etwa 3-4 Minuten. Jetzt fängst du an, die Schlehe etwas mit deiner Zunge herumzudrehen. Danach schälst du langsam die Frucht, damit du zum Fruchtfleisch gelangst. Erst jetzt kostest du so richtig das Innere der Schlehe und wirst feststellen, dass sie ganz plötzlich nicht mehr bitter schmeckt, oder? Als nächstes lässt du den Kern noch etwas im Mund. Beiß ganz sachte hinein und auch hier wirst du mit einem wundervollen Aroma belohnt nicht wahr? Kannst du es schmecken? Ganz genau, der innere Kern der Schlehe schmeckt ganz markant nach Mandeln - einfach wunderbar.



Der Schlehdorn


Der Schlehdorn oder Schwarzdorn hat im Volksmund je nach Region viele Namen.


Bockbeerli, Dornschleha, Effken, Hageldorn, Haferpflaume, Kietschke-pflaumen, Saudorn, Schlaia, Schlechbeeri und noch viele andere.
Quelle: Siehe www.heilkraeuter.de 

Die Schlehe ist eine der ersten Sträucher, die im Frühjahr zart weiß blühen und eine der letzten, die im Herbst ihre Beeren reif werden lassen. Früher wurden auch die Blüten und Wurzelrinden verwendet, heute kennte man diesen dornigen Strauch eher nur der Frucht wegen.


Der Schlehdorn wurde früher als Schutzhecke sehr häufig angepflanzt und seine Weidetiere vor Raubtieren zu schützen. Da diese als Hecke sehr dicht wachsen kann und ausgesprochen dornig sind, sagte man ihr auch nach, dass sie Hexen somit am Eindringen hindern könne. Ein Wanderstock aus der Schlehe, soll Wanderer vor bösen Geistern schützen. Lange Zeit hielt sich ja auch das Gerücht, dass die Dornenkrone auf dem Haupte Jesu, aus dem Schlehdorn gewesen sei.


Die kleinen pflaumenähnlichen Früchte galten früher als Superfood. Man hat sogar Reste davon bei Ötzi gefunden. Sie hat sehr wertvolle Inhaltsstoffe wie etwa; Amygdalin, Apfelsäure, wenig Blausäure, Emulsin, Glykoside,, Gerbstoffe, Nitritglykosid, fettes Öl.


die unschuldig weiße Blüte des Schlehdorns


In früheren Zeiten war der Schlehdorn im Übrigen "der Wetterbote" schlechthin. Man konnte mit ihnen Voraussagen über das Wetter und die Erntezeiten machen und einen Blick auf den bevorstehenden Winter riskieren. Es galt die einfache Regel, je mehr Früchte am Strauch, desto strenger wird der Winter. Ich hoffe, die kleine Reise zum mystischen Schlehdorn hat euch gefallen, doch jetzt möchte ich euch die beiden Rezepte vorstellen.


Schlehenlikör


Interessant ist ja, dass viele Menschen sagen, man könne die Früchte des Schlehdorns schon vor dem ersten Frost ernten und dann einige Tage in die Gefriertruhe legen. Ich habe das ausprobiert, doch ich mache da nicht mehr. Die Schlehen verlieren wertvolles Aroma und auch etwas Farbe. Ich warte lieber den ersten Frost ab, denn die Früchte sind für die meisten Vögel oder Eichhörnchen ohnehin kaum eine Nahrungsquelle.


Zutaten:

  • 500 g Schlehen

  • 1 l Korn oder/und Wodka (ich nehme meist halbe - halbe)

  • 1 Zimtstange

  • 1 Vanilleschote

  • 3-4 Nelken

  • 150 g Honig

Zubereitung:

Die Schlehen etwas anquetschen und in ein verschließbares Einmachglas legen. Vanilleschote aufschneiden und mit den Nelken und der Zimtstange ebenfalls in das Glas geben. Wodka oder Korn auf die Früchte leeren und zum Schluss den Honig dazu. Bis sich der Honig aufgelöst hat, rühre ich jeden Tag ein bisschen um. Den Likör lasse ich mindestens 6-8 Wochen ziehen, bis ich die Früchte abseihe und den fertigen Likör in dekorative Flasche fülle.


Schlehen Glühwein


Zutaten:

  • 750 ml Kirschensaft

  • Saft von 1 Orange

  • 2 Zimtstangen

  • 3 Nelken

  • 1 Vanilleschote

  • 2-3 EL Honig

  • 100 ml Schlehenlikör

  • (alternativ kannst du natürlich ein fertiges Glühweingewürz verwenden)

Zubereitung:

Den Kirschensaft mit dem Saft einer ausgepressten Orange und den Gewürzen in einen Topf geben. Die Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen. Dann gebe ich beides mit in den Topf. Ich bringe die gesamten Zutaten nun zum Kochen und lasse es zugedeckt etwa 10 Minuten leicht köcheln. Leicht abkühlen lassen und 100 ml vom Schlehenlikör und den Honig zufügen. Umrühren und warm genießen.



Der Schlehenglühwein in Kombination mit dem Kirschsaft ist einfach eine Gaumenfreude und zu dieser Jahreszeit nicht nur großartig von innen wärmend, sondern ein wirklich toller Genuss. Ich wünsche euch viel Freude mit dem Rezept, eure


Tanka



In diesem Buch findest du wunderbare Likör Rezepte:



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