Waldkaugummi - Natur im Mund
- Mikota
- vor 6 Stunden
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Selbst gemachter Kaugummi - glaube mir, ist auf jeden Fall die gesündere Alternative zum gekauften, industriell gefertigten Kauprodukt. Kaugummi gehört für viele Menschen zum Alltag: nach dem Essen, unterwegs oder einfach aus Gewohnheit. Doch ein Blick auf die Zutatenliste handelsüblicher Kaugummis wirft Fragen auf. Immer mehr Menschen interessieren sich deshalb für selbst gemachten Kaugummi, aus natürlichen Rohstoffen und ohne problematische Zusatzstoffe. Aber warum steht kommerzieller Kaugummi eigentlich so stark in der Kritik?
Was steckt wirklich in kommerziellem Kaugummi?
Industriell hergestellter Kaugummi hat mit seinem ursprünglichen Vorbild kaum noch etwas gemeinsam. Statt natürlicher Harze besteht die Kaumasse meist aus synthetischen Polymeren – also Kunststoffverbindungen, die auch in Autoreifen oder Klebstoffen verwendet werden. Diese Stoffe sind zwar legal zum Verzehr zugelassen, doch nichts desto Trotz, hast du eine ganze Menge Plastik im Mund und kleine Partikel landen schließlich auch in deinem Körper - toll oder?
Hinzu kommen weitere problematische Inhaltsstoffe:
Künstliche Süßstoffe wie Aspartam, Acesulfam-K oder Sucralose, die im Verdacht stehen, den Stoffwechsel zu beeinflussen und bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden auszulösen.
Zuckeralkohole wie Sorbit, die in größeren Mengen abführend wirken können.
Künstliche Aromen und Farbstoffe, die ausschließlich dem Geschmack und Aussehen dienen, nicht aber der Gesundheit.
Konservierungs- und Überzugsmittel, die den Kaugummi lange haltbar und glänzend machen.
Auch wenn diese Stoffe einzeln als „unbedenklich“ gelten, ist ihre regelmäßige Kombination und dauerhafte Aufnahme nicht unumstritten, ich würde sogar sagen, nicht ungefährlich.
Gesundheitliche Kritik: mehr als nur Zahnsache
Oft wird Kaugummi als zahnpflegend beworben, insbesondere zuckerfreie Varianten. Tatsächlich kann das Kauen den Speichelfluss anregen. Gleichzeitig berichten viele Menschen über negative Begleiterscheinungen: Blähungen, Reizdarm-Symptome, Kieferprobleme durch dauerhaftes Kauen oder eine ständige Reizung der Magensäureproduktion.
Ein weiterer Aspekt ist die Mikroplastik-Diskussion. Da die Kaumasse selbst nicht abgebaut wird, landet sie nach dem Ausspucken direkt in die Umwelt, auf Straßen, unter Schuhsohlen oder letztlich in Gewässern, aber vor allem in unserem Körper.

Die wichtigste Zutat, das Harz unserer Nadelbäume
Selbst gemachter Kaugummi: zurück zu den Wurzeln
Selbst gemachter Kaugummi orientiert sich an traditionellen Rezepten. Ursprünglich kauten früher die Menschen auf natürlichen Harzen wie Chicle, Mastix oder Fichtenharz. Diese Stoffe sind pflanzlichen Ursprungs und wurden in verschiedenen Kulturen seit Jahrhunderten genutzt. Deswegen ist oft weniger auch wirklich mehr. Selbst gemachter Kaugummi ist kein Massenprodukt. Er schmeckt meist dezenter, hält kürzer und ist nichts für gedankenloses Dauerkauen. Genau das kann ein Vorteil sein: bewusster Konsum statt automatischer Gewohnheit.
Wer Kaugummi nicht komplett aus seinem Alltag streichen möchte, findet im Selbermachen eine Möglichkeit, Genuss, Nachhaltigkeit und Gesundheit besser in Einklang zu bringen.
Waldkaugummi Rezept
Da ich euch jetzt mit den gesundheitlichen Nachteilen zugequatscht habe, kommen wir wieder zu etwas positivem, also unserem Rezept.
Zutaten:
10 g gereinigtes Fichtenharz
10 g Bienenwachs
Süßungsmittel deiner Wahl (bei mir war es Honig)
Optional: Etwas Staubzucker - ich habe pulverisierte Pfefferminze als Geschmack verwendet
Zubereitung:
Das Fichtenharz kommt gemeinsam mit dem Bienenwachs in ein (am besten ein altes) feuerfestes Glas. Ich stelle es ins Wasserbad und gebe einen Deckel darauf, weil die Masse schneller schmilzt.
Inzwischen pulverisiere ich in einer Mühle die Pfefferminze, sodass dieses wirklich ganz fein ist.

Wenn das Harz und Bienenwachs geschmolzen sind, gebe ich ein bisschen Honig für die Süße dazu. Für die vegane Variante kannst du auch Bio Zucker, Xylit u. ä. verwenden. Jetzt wird alles wirklich sehr gut miteinander verrührt. Wenn die Masse schön flüssig ist, kippe ich das Glas auf eine Backmatte (Butterpapier geht auch, nimm aber kein Backpapier, das ist beschichtet und ebenfalls wieder gesundheitsschädlich). Es sollte so dünn als möglich sein.

Solange der Kaugummi noch flüssig ist, gebe ich das Pfefferminzpulver darüber. Jetzt lasse ich alles auskühlen und aushärten. Wenn deine Masse nicht so dünn geworden ist, kannst du mit dem Nudelholz nachhelfen und noch etwas drauf walken. Je nachdem wie du jetzt vorgehen möchtest, schneidest du den fertigen Kaugummi nun in Streifen oder du kannst ihn auch zu Kügelchen formen und zum Schluss - optional in Staubzucker/Puderzucker wälzen.

Fazit: Kommerzieller Kaugummi ist ein hochverarbeitetes Industrieprodukt, dessen gesundheitlicher Mehrwert gering und dessen ökologische Auswirkungen problematisch sind. Selbst gemachter Kaugummi bietet eine natürliche Alternative. Er erinnert daran, dass auch kleine Alltagsprodukte eine bewusste Entscheidung sein können. Manchmal beginnt ein gesünderer Lebensstil eben mit etwas so Einfachem wie dem, was wir kauen.





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