top of page

Vergiss Marmelade - Apfelbutter ist viel besser

vor 2 Tagen
3 Min. Lesezeit


Es gibt Rezepte, die sind einfach nur Rezepte. Und dann gibt es jene, bei denen du dich fragst: Warum bin ich eigentlich noch nie früher darauf gekommen? Apfelbutter gehört definitiv zur zweiten Sorte. Heuer meinen es die Apfelbäume wirklich gut mit uns, eine wahre Apfelflut rollt über mich hinweg! Ich weiß schon gar nicht mehr, wohin mit all den herrlichen Früchten. Aber eines war klar: Dieses Jahr wollte ich nicht wieder bei den üblichen Verdächtigen landen, Apfelmus, Apfelkompott, Apfelstrudel… kennen wir alles.


Denn hier werden Äpfel nicht einfach zu Mus gekocht und mit reichlich Zucker erschlagen. Sie bekommen Zeit. Sehr viel Zeit. Während sie langsam einkochen, verändert sich ihr Geschmack: Das Fruchtfleisch wird immer dunkler, die Aromen werden intensiver und aus dem einst hellen Apfel entsteht eine tief aromatische, karamellig-würzige Creme. Und das Beste daran: In Apfelbutter steckt gar keine Butter. Der Name kommt von der unglaublich cremigen, streichfähigen Konsistenz. Sie lässt sich so wunderbar auf Brot streichen, dass man tatsächlich meinen könnte, Butter hätte hier ihre Finger im Spiel.



Was ist Apfelbutter eigentlich?


Apfelbutter ist ein traditioneller Fruchtaufstrich aus Äpfeln, der durch langes, langsames Einkochen entsteht. Dabei verdampft ein großer Teil des Wassers und die natürlichen Zucker der Äpfel karamellisieren teilweise. Dadurch wird die Masse immer konzentrierter, dunkler und aromatischer. Je nach Rezept kommen Gewürze wie Zimt, Nelken oder Vanille dazu.

Ich mag Apfelbutter besonders dann, wenn sie nicht einfach nur süß schmeckt. Sie darf kräftig sein. Fruchtig, würzig, leicht karamellig – und mit dieser dunklen, fast schon geheimnisvollen Farbe.


Warum ausgerechnet alte Äpfel dafür besonders gut sind


Für Apfelbutter musst du keine perfekten Supermarktäpfel verwenden. Im Gegenteil. Fallobst, kleine Äpfel oder Früchte mit kleinen Druckstellen eignen sich hervorragend – solange sie nicht faul oder schimmelig sind. Besonders aromatische, leicht säuerliche Apfelsorten bringen eine schöne Balance in die Apfelbutter. Denn beim langen Einkochen wird der Geschmack immer intensiver. Ein Apfel, der roh vielleicht etwas unscheinbar schmeckt, kann nach mehreren Stunden plötzlich eine ganz andere Persönlichkeit entwickeln.


Mein Rezept für selbstgemachte Apfelbutter


Du brauchst:
  • 2 kg Äpfel

  • 100 g Bio Zucker, je nach Süße der Äpfel

  • 2 TL Zimt

  • Das Mark einer Vanilleschote

  • 1 TL gemahlene Gewürznelken

  • 200 ml Apfelsaft


Zubereitung:

Die Äpfel waschen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Wenn du die Schale mitverwendest, bekommt die Apfelbutter ein noch intensiveres Aroma und eine etwas kräftigere Farbe. Die Apfelstücke mit dem Apfelsaft in einen Topf geben. Kurz aufkochen lassen. Wenn alles sprudelt,

Zucker, Zimt, Vanille und Nelken azugeben. Alles gut vermischen. Nun die Äpfel ca. 20 Minuten bei mittlerer Hitze weich köcheln lassen und regelmäßig umrühren, damit nichts am Topfboden ansetzt. Jetzt wird die ganze Masse zu einem ganz feinen Mus püriert.

.


Jetzt wird aus Apfelmus Apfelbutter


Danach geht es weiter mit dem Einkochen. Die Masse bei sehr niedriger Hitze ohne Deckel weiter einkochen lassen. Dabei alle paar Minuten immer wieder umrühren, damit nichts anbrennt. Je nach Wassergehalt der Äpfel kann das mehrere Stunden dauern. Ich habe meine ca. 2 Stunden lang eingekocht. Und genau hier passiert die Magie. Das Mus wird immer dunkler. Der Duft wird intensiver. Die Konsistenz wird dicker. Und der Geschmack entwickelt diese wunderbar tiefe, karamellig-würzige Note.



Wann ist die Apfelbutter fertig?


Die fertige Apfelbutter soll nicht mehr wie Apfelmus vom Löffel laufen. Nimm einen kleinen Löffel und lass sie kurz abkühlen. Wenn sie dick und cremig bleibt und sich wunderbar verstreichen lässt, ist sie fertig. Je länger sie einkocht, desto intensiver und dunkler wird sie. Die fertige Apfelbutter noch heiß in saubere, sterilisierte Gläser füllen. Den Glasrand sorgfältig sauber halten und die Gläser nach den üblichen Regeln für selbstgemachte Fruchtaufstriche verschließen.

Nach dem Abkühlen kühl und dunkel lagern.

Da selbstgemachte Apfelbutter je nach Rezept, Zuckermenge, Säure und Einkochverfahren unterschiedlich haltbar ist, solltest du für eine sichere längere Vorratshaltung auf ein geprüftes Einkochverfahren achten. Geöffnete Gläser gehören in den Kühlschrank und sollten zeitnah verbraucht werden. Ich hatte eine Apfelbutter einmal 2 Monate lang.



Und jetzt kommt die wirklich wichtige Frage...


Was macht man damit? Natürlich kannst du Apfelbutter einfach auf ein Stück gutes Bauernbrot streichen. Aber damit würde ich mich nicht zufriedengeben.

Sie passt wunderbar zu:

  • frischem Bauernbrot oder knusprigem Toastbrot

  • Pancakes und Waffeln

  • Porridge

  • Naturjoghurt

  • Milchreis

  • Grießbrei

  • Käse

  • Desserts

  • Hefezopf

  • Pfannkuchen

Oder du löffelst sie einfach direkt aus dem Glas. Was übrigens erstaunlich schnell passieren kann. Ich jedenfalls, kann nicht genug davon bekommen, eure


Kommentare


Instagram.png
Facebook.png
  • Natur&Spiritualität
bottom of page