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  • AutorenbildMikota

Fruchtig herber Erlenzucker


Wenn man denkt, dass einem die Natur im Winter nichts schenkt, dann irrt man sich. Denn wenn wenn man die Augen offen hält, dann fällt einen auf, was man für so manche tolle Köstlichkeiten findet. Meist sind es Bäume und Sträucher, die einem Besonderheiten schenken. In diesem besonderen Fall spreche ich von den männlichen Blüten der (Schwarz)Erle, also den Erlenkätzchen. Die Erle ist eine ausgesprochener Frühblüherin. Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Blüten werden bereits im Vorjahr angelegt. Die Bestäubung selbst, findet vor der Entfaltung der Blätter statt. Ähnlich ist es auch bei der Hasel. Das ist auch der einzige Strauch, mit der man gegebenfalls die Erle verwechseln könnte. Doch da beide essbar sind, ist die Verwechslungsgefahr nicht ganz so schlimm. ;)


Ein markantes Erkennungsmerkmal zwischen Erle und Hasel ist auf jeden Fall, dass die weibliche Blüte ganz anders aussieht. Wenn diese verholzt ist (das kann man im Winter gut sehen), dann sehen die Blüten eher wie kleine braune Zapfen aus (siehe Foto unten). Diese Zapfen sind den gesamten Winter über am Baum und zudem eine wichtige Nahrungsquelle für Erlenzeisig oder auch Stieglitze.



Bei den Stadien zur Entstehung eines Moores, kommt oft der Erlenbruchwald ins Spiel. Die Schwarzerle mag nämlich gerne einen sehr nassen Standort, wo sie auch oft Reinbestände bildet, die einem Sumpfgebiet ein mystisches Aussehen verleihen. In diesen sumpfigen Gebieten galt diese oft als unheimlich und wurden im Volksglauben häufig mit dem Teufel oder Hexerei in Verbindung gebracht. Erlenholz ist im und unter Wasser so beständig, dass unsere bekannten Pfahlbauten aus der Jungsteinzeit, vorwiegend aus Erlenholz gebaut wurden. Selbst das weltbekannte Venedig wurde auf Erlenpfeilern gebaut


Auch das Holz hat fast schon was magisches. Wenn man eine Erle fällt, spricht man vom "Bluten" des Baumes. Durch Oxidation bekommt das Holz eine rötliche Farbe. Viele kennen vermutlich auch die Ballade vom "Erlkönig"; "wer reitet so spät durch Nacht und Wind......"


Erlenzucker


Warum also einen Erlenzucker machen? Er ist wirklich eine tolle Spezialität, besonders zu Bratäpfel oder jegliche Mehlspeise die etwas mit Äpfel zu tun hat. Erlenzucker und Apfel sind ein geschmackliches Traumpaar. Wenn du also gerne Apfelstrudel, Apfelschlangerl oder einfach warme Mehlspeisen genießt, dann bist du mit dem Erlenzucker genau richtig. Aber auch zum Süßen von Glühweinen, Tees oder Punsch, kann sich der Zucker sehen lassen. Hin und wieder muss ich sogar zum Glas hingehen und die Nase hinein stecken, weil der Erlenzucker einfach zu großartig riecht - einfach wundervoll.



Erlenkätzchen schmecken recht unterschiedlich, je nach Standort des Baumes. Es schadet also nicht, wenn man zuerst eine Naschprobe unternimmt. Die Kätzchen sollten nur leicht herb und ohne klebrige Hülle schmecken. So, jetzt aber zum Rezept.


Zutaten:

  • 1/3 Erlenkätzchen - noch fest, also vor aufgehen der Blüten

  • 2/3 Rohrrohrzucker oder Xylit

  • Wenn gewünscht, andere Wintergewürze wie Nelken, Zimt, Vanille, Sternanis usw.....

Zubereitung:

Die frischen Erlenkätzchen entweder im Mörser oder einem Mixer fein zerkleinern und anschließend mit dem Zucker gut vermischen. Ich lasse den Zucker dann anschließend auf einem Backpapier einige Tage trocknen und mahle die Hälfte des Erlenzuckers dann ganz fein zu Staubzucker. Über Apfelmehlspeisen schmeckt ein feiner Zucker dann einfach viel besser.


Tipp: Wenn die weiblichen Blüten/Zapfen noch grün, also nicht verholzt sind, dann kann man auch diese pflücken und nutzen. Ich mahle sie gerne zu einem Gewürzpulver. 

Erlenkätzchen sollten jedoch aufgrund ihres Gerbstoffgehaltes nur in geringen Mengen verzehrt werden. Sie sollten also nicht dauerhaft in Tee, Glühwein und Mehlspeisen ihren Platz finden.



Achtung: Für Pollenallergiker ist dieses Rezept nicht geeignet!!

Habt viel Freude mit dem Rezept und dem Ausprobieren. Ich bin in den Kommentaren schon sehr gespannt, was ihr zu diesem tollen und sehr einfachen Erlenkätzchen Zucker sagt, eure


Tanka


Mein absolutes Lieblingsbuch über das Kochen und Heilen mit Bäumen:



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