Die Sache mit dem Wermutstropfen - Wermutwein nach Hildegard von Bingen


Redensartlich steckt hinter dem Wermutstropfen, ein schöner Augenblick mit einem bitteren Beigeschmack oder Ende. Und im bitteren Geschmack liegt auch der Ursprung dieser Rede-wendung. Der Wermut, das Wermutkraut oder auch der bittere Beifuß genannt, hat eine enorm hoffe Konzentration an Bitterstoffen, die ihm in diesem Fall sogar diese Redensart beschert hat.


Der Wermutwein war als Aperitif schon immer hoch geschätzt, weil er durch seine Bitterstoffe den Appetit anregt, bei Blähungen, Verdauungsbeschwerden und Völlegefühl hilft aber auch bei Störungen der Galle zum Tragen kommt. Besonders Hildegard von Bingen hat auf den Wermut-wein geschworen.


Hildegard von Bingen

Zitat - Hildegard von Bingen: „Der Wermut ist der Meister über alle Erschöpfungszustände im Menschen. Trinke den Wermutwein von Mai bis Oktober jeden dritten Tag nüchtern, er beseitigt in dir die Nierenschwäche und die Melanche und klärt deine Augen und stärkt dein Herz und lässt nicht zu, dass deine Lunge krank wird. Er wärmt den Magen und reinigt die Eingeweide und bereitet eine gute Verdauung.


Der Wermut


Ich habe ja schon öfter einen Wermutwein hergestellt, doch interessanterweise immer mit Weißwein und auch noch nie als Blogbeitrag, daher zeige ich euch heute 2 Varianten. Eine mit Rot,- und eine mit Weißwein.


Ursprünglich war der Wermut ja eine Mittelmeerpflanze, doch in den Klöstern wurde er bereits sehr früh angebaut. So ist er auch bei uns heimisch geworden. Eines möchte ich gleich vorweg sagen. Wermut enthält den Wirkstoff Thujon, der in größeren Mengen zu sich genommen, giftig wird. Daher sollte Wermutwein nicht regelmäßig zu sich genommen werden. Jetzt kommen wir aber zum Rezept.


Wermutwein Herstellung


Zutaten:

  • 1 Flasche Weiß,- oder Rotwein (oder beide)

  • 200 ml Weinbrand - 38 %

  • 150 - 200 g Honig (je nachdem wie süß du es magst)

  • 1 Zimtrinde

  • 5 Gewürznelken

  • Schale 1 Bio-Zitrone 

  • 2 - 3 Zweige Wermut 



Herstellung:

Ich mache einen kleinen Unterschied zu Hildegard von Bingen. Diese spricht davon, wie sie aus dem Wermut den Saft herauspresst. Das mache ich nicht, ich verwende die ganzen Triebe.

Der Wein wird mit dem Honig, Weinbrand und der abgeriebenen Schale einer Zitrone kurz aufgekocht. Der Honig sollte sich völlig aufgelöst haben. Diese Flüssigkeit leere ich nun in große Twist-off Gläser. Dazu gebe ich die Nelken, die Zimtstange und auch die Wermutzweige. Jetzt lasse ich den angesetzten Wermutwein 1 Woche dunkel und kühl an einem Ort stehen. Danach wird alles abgeseiht, in Flaschen gefüllt und dunkel gelagert.


Tipp: Wie auf dem Foto erkennbar, kann man den Wermuttrank sowohl mit Weiß,- als auch mit Rotwein ansetzen. Ich konnte mich heuer nicht entscheiden und habe beide Variationen gemacht. Wenn du also wie ich beide Sorten nimmst, dann dementsprechend die Mengenangabe erhöhen. 


Man kann den fertigen Wermutwein als Aperitif verwenden oder auch als eine Art Kur. Da empfiehlt Hildegard von Bingen, diesen von Mai bis Oktober zu trinken. Üblicherweise etwa jeden zweiten Tag ein kleines Likörgläschen. Aber Vorsicht ihr Lieben, es besteht Suchtgefahr.

Viel Freude mit dem Rezept, eure

Tanka


Das Hildegard von Bingen Buch:


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