Pechsalbe - Zugsalbe


Wenn du an einem Freitag den 13 wie heute Pech hast, dann hast du vielleicht Glück im Unglück, wenn du eine Pech,- oder Zugsalbe zuhause hast. Ich hab wieder eine gemacht, sie ist in meinem Haushalt nicht mehr wegzudenken. Im Übrigen kann man nicht nur das Harz der Fichte verwenden. Alle Nadelbäume bringen diese wertvollen Inhaltsstoffe mit sich. In meiner Gegend wachsen hauptsächlich Fichten und Kiefern, deswegen nehme ich meist auch dieses Harz für die Salben.

Früher wussten ja alle unsere Großmütter,- und Väter über die Heilkraft des Pechs bestens (oder Harz) Bescheid. Deswegen fehlte sie auch in keiner Hausapotheke. Besonders bei Förstern galt es als Pflaster, Zahnpasta und Medizin zugleich. Sie ist eine Salbe für Mensch und Tier. Die Bäume produzieren Harz um ihre Wunden zu schließen, sie ist antibakteriell, zusammenziehend und entzündungshemmend. Also ein natürliches Pflaster mit einer antibakteriellen und pilztötenden Eigenschaft. Früher war sie bekannt als DIE Zugsalbe, weil sie z. B: Holzsplitter aus einem Finger richtiggehend herausgezogen hat.

Harz einer Kiefer/Föhre


Harz wurde im Übrigen früher als Kaugummi gegessen oder war zugleich auch Zahnpflege, bzw. als Zahn weiß. Wenn man eine Lippenpflege macht kann man etwas Harz zufügen, es hat die Fähigkeit Herpes abzutöten. So oder so – ein flüssiges Gold.

Ich habe von einem alten Förster aus dem Almtal, der mich auf die Waldpädagogik Ausbildung aufmerksam gemacht hat, einmal dieses Rezept bekommen. In den Alpen wurde vermehrt die Salbe aus Lärchenharz gemacht.


Wofür die Pechsalbe?


Die Pechsalbe ist eine Universalheilsalbe. Sie wurde früher bei vielerlei Beschwerden und Wunden eingesetzt. Einige habe ich schon genannt, aber die Zugsalbe wirkt unter anderem auch noch:

  • schmerzlindern bei Rheumatismus

  • desinfizierend

  • lindernd bei schmerzenden Muskelverspannungen

  • durchblutungsfördernd

  • wundheilend

  • schleimlösend

  • wärmend – bei kalten Füßen

Die Gewinnung des Harzes hat bei uns im Mühlviertel eine lange Tradition. Pechöl Brennen hat man dieses Verfahren einst bei uns genannt. Schön langsam ist dieses damals alte Handwerk auch wieder am Kommen. Dazu hat es auch ganz besondere Steine gegeben, die Pechölsteine.


Stefan Hartig (CC - Wikipedia)


Im Mühlviertel gibt es viele dieser Pechölsteine, dieser auf dem Foto ist von meiner Nachbargemeinde in Unterweißenbach. Das Verfahren, also das Brennen, gehört mittlerweile zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Jetzt kommen wir aber zum Rezept.


Wie gehst du vor und was brauchst du?


Zutaten:

  • 15 g Harz (gereinigt)

  • 15 g Bienenwachs

  • 15 g Olivenöl (er hat es traditionell mit 15 g Ziegenbutter gemacht)

  • 15 g Kräuter (Ölauszug)

  • Salbentiegel

Zubereitung:

Alle Teile zusammen in einem Topf im Wasserbad bei erwärmen und gut verrühren, bis alles miteinander verschmolzen sind. Anschließend in Salbentiegel abfüllen. Tiegel vielleicht mit Alkohol desinfizieren, damit keine Schimmelbildung zustande kommt.


Die Pechsalbe ist etwa 1 Jahr lang haltbar.

In diesem Link, habe ich auch noch zusammen geschrieben, wie es sehr einfach geht, verschmutztes Harz am Besten zu reinigen - Harz reinigen


Ich hoffe, sie wird auch aus deinem Apotheker Schränkchen nicht mehr wegzudenken sein, eure

Tanka



Mein Buchtipp für euch:


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